No More Blues

No More Blues

Jon Cuadros

„No More Blues“ untersucht Einsamkeit und Orientierungslosigkeit als Zustände des urbanen Lebens, geprägt von Sucht und psychischen Erkrankungen.

Das Werk erforscht die Überschneidung zwischen Beobachtung und Innenleben. An dieser Schnittstelle wird die Stadt – insbesondere Berlin – genutzt, um das Gefühlsleben von Menschen widerzuspiegeln, die versuchen, ihren Alltag zu bewältigen, egal ob jung oder alt, hoffnungsvoll oder ängstlich.

Milchzähne

Milchzähne

Schlee Dittloff

Vier Wände, die Jahrelang meine waren.

Die gesehen haben, wie ich meine Milchzähne verloren habe, und alles zwischen dem Großwerden.

Plötzlich alles wund.

Wenn „Zuhause“ mit „Raum“ ersetzt wird: Ein existieren im neuen und im Zwischenraum.

Nichts ist meins, und doch alles.

Die Serie zeigt das raue, das dazwischen und die Suche wo ich hingehöre.

Körpersprache

Körpersprache

Sasa Schramm

Die fotografische Arbeit Körpersprache untersucht die eigenen psychologischen Landschaften und die anderer Menschen. Über Generationen hinweg hinterlassen frühere Erfahrungen Spuren, die sich als feine Linien in unseren Bindungsmustern einschreiben und prägen, wie wir uns selbst und anderen begegnen. Wie lernen wir inmitten all dessen uns selbst zu halten? Wie kommen wir bei uns zu Hause an?

12 m²

12 m²

Ana Valentina Palacio

Die Fotoserie „12m²“ gewährt einen intimen Einblick in das Leben der Bewohner*innen eines Studierendenwohnheims in Berlin. Von außen erscheint das Gebäude wie eine endlose Reihe gleichförmiger Fenster und Türen. Doch hinter jeder verbirgt sich eine eigene Geschichte, ein individueller Versuch, aus zwölf Quadratmetern ein Zuhause auf Zeit zu schaffen.

Für einige ist es der erste Schritt in die Selbstständigkeit, für andere die einzige bezahlbare Wohnmöglichkeit während des Studiums in Berlin. Manche bleiben nur ein Semester, andere mehrere Jahre. Sie kommen aus der Gegend und der ganzen Welt, jede Geschichte ist anders – und jedes Zimmer ebenso.

„12m²“ ist eine fotografische Auseinandersetzung mit Fragen von Identität, Anpassung und Zugehörigkeit an einem Ort, an dem Anonymität und Individualität aufeinandertreffen.

märchenwald

märchenwald

Anna Willikonsky

„Nicht viele ziehen hierher, nicht viel steht leer, die bleiben alle hier.“

P sagt, im Dorf bäumt sich die Natur auf, schlägt Falten. Der Rest vom Land ist flach.

Ich muss lernen, die Stille auszuhalten.

Ein Dorf in der Prignitz. Eine Straße, eine Kirche ohne Gottesdienst, ein Zeltplatz ohne Zelt. Die Traditionen, die hier gepflegt werden, tragen die Spuren einer engen, oft rechten Gesinnung. Alte Symbole, festgefügte Rituale – sie sind Teil der Geschichte des Ortes, wie die Häuser selbst.

Am Märchenwald fließen Tradition und Gegenwart ineinander. Das Dorf ist durchzogen von Vertrauen und Fremde, von kollektiver Erinnerung und individueller Sehnsucht. Zwischen Abgeschiedenheit und Nähe, Einsamkeit und Zusammenhalt entfaltet sich eine Bildwelt, die das Alltägliche still wahrnehmbar macht – und die Widersprüche eines Ortes sichtbar werden lässt.

Jungle Urbaine

Jungle Urbaine

Amael Ramand

Die Serie „Jungle Urbaine“ befasst sich mit unserer komplexen und intimen Beziehung zur Natur, die im weitesten Sinne verstanden wird. Sie stellt die Frage, wie jeder Einzelne in einem städtischen Kontext, der oft weit entfernt von allem Lebendigen ist, versucht, eine Verbindung zur Natur herzustellen, je nach sozialer Schicht und Möglichkeiten.

Ob es sich um einen einfachen Blumentopf auf dem Balkon oder um gestaltete Grünflächen handelt, die Serie zeigt, wie der Mangel an Natur unsere Räume und unsere Identitäten beeinflusst und wie wir durch manchmal bescheidene Gesten versuchen, die Präsenz des Lebendigen im Herzen der Stadt wieder einzuführen.